Das Dortmunder 6-Tage rennen - 30. Okt. bis 4. Nov. 2008
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Hohe Geschwindigkeiten - keine Bremsen

Steherrennen sind Bahnrennen, bei denen der Radsportler hinter einem schweren Motorrad, dessen Fahrer, hier Schrittmacher genannt, auf den Fußrasten der Maschine steht, im Windschatten fährt. Dabei werden Geschwindigkeiten von teilweise über 100 km/h erzielt und auch über längere Abschnitte gehalten. Steherrennen gehen über Distanzen bis zu 100 km. Sie ziehen immer noch eine bedeutende Zahl von Zuschauern an. Zwar ist die Zuschauerresonanz nicht mehr so groß wie vor zwanzig oder dreißig Jahren, dennoch faszinieren sie immer noch viele Menschen.

Die Fahrer (Steher) sind in keinster Weise mit dem Schrittmacher verbunden. Ihre Fortbewegung erfolgt ausschließlich durch ihre Beinarbeit. Dadurch gehören Steherrennen zu einer der schwersten Leistungssportarten. Der Fahrer versucht dabei möglichst nahe an der Rolle des vor ihm fahrenden Schrittmacher-Motorrades zu bleiben, um möglichst viel Windschatten zu erhalten. Verliert er den engen Kontakt zum Schrittmacher, so kommt der Fahrer "von der Rolle".


Herkunft und Entwicklung 

Vor mehreren Jahren ist die Trennung zwischen Profi- und Amateurstehern abgeschafft worden. Durch die neu geschaffene Elite-Klasse kam es zur Vermengung von Profis und Amateuren. Daher müssen die Amateure auf höchstem Profi-Level fahren, um international bestehen zu können.

Der Begriff 'Steher' leitet sich vom englischen 'stayer' ab, d. h. jemand mit Ausdauer ('to stay' - anhalten, bleiben). Die früher übliche deutsche Entsprechung 'Dauerrennen' weist auf den selben Umstand hin. In der Frühzeit dieser Sportart, als die Kraftradtechnik noch nicht so ausgereift war, fuhren statt der Motorräder übrigens auch Fahrräder als Schrittmacher, und zwar spezielle Vierer- oder Sechserräder mit entsprechend viel Besatzung. Dabei ging es zunächst weniger um Rennen gegeneinander als um Rekorde: Geschwindigkeiten, Zeit pro Strecke und Strecke pro Zeit - oft über sehr lange Distanzen (100 km unterste Grenze) und Zeiten (24 Stunden und mehr), so dass 'to stay' bzw. 'Dauerfahren' tatsächlich wörtlich genommen werden konnte.


Motorräder für Steherrennen 

Die Motorräder für Steherrennen sind meistens von  älterem Baujahr. Die Maschinen weisen etliche besondere Eigenschaften aus: Sie haben einen großvolumigen, meist einzylindrigen, niedertourigen Motor mit einem in der Halle tendenziell eher erträglichen, tiefen Klangbild. Die Drehmoment-Charakteristik des Motors erlaubt schnelles Beschleunigen aus niedrigen Drehzahlen. Die Lenker sind als Stangen weit nach hinten verlängert, um dem Schrittmacher beim Windschattengeben ein relativ bequemes Motorradfahren zu ermöglichen. Am Heck der Maschine ist eine breite kugelgelagerte Rolle als Abstandshalter angebracht. Der Radrennfahrer sollte den Radkontakt mit der Rolle - auch den kurzzeitigen Kontakt - unbedingt meiden, da es wegen der doppelten Bremswirkung dabei leicht zu Stürzen kommen kann.